Behandlungsformen

Psychoanalyse

Die Analytische Psychotherapie geht davon aus, dass Symptome durch die konflikthafte (unbewusste) Verarbeitung von Beziehungs- und Lebenserfahrungen verursacht werden.

In der therapeutischen Beziehung geht es um das Erkennen/ Aufdecken und Bewusstmachen von verdrängten Erinnerungen und Gefühlen, von unbewussten Denk-/ Bewertungs- und Verhaltensmustern und verinnerlichten Beziehungsmustern.

Infolge dessen können (z.T. unverständlich erscheinende) Verhaltensweisen und Gefühle sowie innerpsychische Konflikte und dysfunktionale Beziehungsmuster verstanden und modifiziert werden.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie nimmt an, dass Symptome aus aktuellen Beziehungskonflikten oder aus früheren, nicht bewältigten Konflikten und Beziehungserfahrungen resultieren.

Bei den Behandlungen wird sich i.d.R. auf eine begrenzte innerpsychische Konfliktsituation konzentriert. Ziel ist es, die zugrundeliegenden unbewussten Konflikte und Themen der aktuellen Symptome zu identifizieren und zu bearbeiten.

Indem ein Verständnis für die Ursachen der Symptome erarbeitet wird, können wiederum Veränderungen im Erleben oder Verhalten erzielt werden.

Beide psychodynamische Verfahren (die Psychoanalyse sowie die tiefenpsychologische Psychotherapie) umfassen eine oftmals längere Behandlungsdauer von mehreren Monaten bis Jahren, da die Bearbeitung der inneren Konflikte Zeit braucht und mit der gesamten psychischen Entwicklung verbunden ist.

Besonderheiten der Kinder(spiel)therapie

Bei der Behandlung von Kindern nimmt die nonverbale Kommunikation (inkl. dem freien Spiel und kreativen Ausdrucksformen) eine zentrale Rolle ein und wird in ihrer Bedeutung so verstanden, dass die Konflikte dadurch bearbeitet werden.

In diesem Prozess geht es darum, dass die Kinder mehr innere Sicherheit gewinnen, eine gesunde Entwicklung in Gang kommt, neue Konfliktlösungsmöglichkeiten entstehen und auf dem Weg der Gesundung schließlich die Symptome überflüssig werden.

Je jünger das Kind ist, umso bedeutender sind die Eltern/ Bezugspersonen für das Kind und damit in die Psychotherapie einzubeziehen. Unter Wahrung der Schweigepflicht sind regelmäßige Gespräche mit den Eltern/ Bezugspersonen ein wichtiger Bestandteil innerhalb der Psychotherapie mit dem Kind. Diese Gespräche dienen auch dazu, die Beziehung zum Kind zu reflektieren. In den fortlaufenden Gesprächen können die Eltern/ Bezugspersonen zu neuen Einsichten und Einstellungen zu ihrem Kind gelangen und somit andere Antworten (Einstellungen und Verhaltensweisen) auf das Kind finden.

Psychodynamisch imaginative Traumatherapie (PITT-KID)

Es handelt sich um das erste psychodynamische Verfahren zur Traumabehandlung bei Kindern und Jugendlichen.

Die manualisierte Behandlungsmethode ist geeignet für akute, chronische und (frühe) komplexe Traumafolgestörungen sowie für gleichzeitig bindungsgestörte Kinder und Jugendliche.

Das Verfahren basiert auf der Psychodynamisch Imaginativen Traumatherapie von Luise Reddemann und wurde modifiziert für Kinder und Jugendliche bzw. an die Phasen der kindlichen Entwicklung angepasst.

PITT-KID ist nicht ausschließlich psychodynamisch ausgerichtet, sondern kombiniert psychoedukative, ressourcenorientierte, systemische, imaginative Elementen sowie das Konzept der Ego-State-Therapie.

In der anfänglichen Stabilisierungs- und Distanzierungsphase geht es um die Reduktion der am stärksten belastenden Symptome (v.a. Flashbacks und Dissoziationen) durch spezielle Distanzierungs- und Stabilisierungstechniken.

Erst im späteren Verlauf der Behandlung kann, bei ausreichender Stabilität und nach Absprache mit dem Patienten, eine Traumabearbeitung durchgeführt werden. Dazu kommt die Bildschirm-Beobachter-Technik (eine schonende, imaginative Technik der Traumakonfrontation) zum Einsatz.

Alle Schritte werden zuvor mit den Patienten abgesprochen, um größtmögliche Kontrolle über den Prozess zu ermöglichen.

Säuglings-Kleinkind-Eltern-Psychotherapie (SKEPT)

Es handelt sich um eine beziehungsfokussierte Behandlung von Säuglingen und Kleinkindern von 0-3 Jahren sowie ihren Müttern und Vätern (bzw. den primären Bezugspersonen).

Das Angebot richtet sich an Eltern, die Überforderung/ Unsicherheit/ Hilflosigkeit, Ängste oder Wut und Ärger erleben.

Dies ist häufig der Fall, wenn die Säuglinge Regulationsstörungen aufweisen (exzessives Schreien/ Weinen, Fütter-, Schlaf- und Gedeihstörungen) oder wenn Kleinkinder heftige Gefühle zeigen (Wut-/Trotzanfälle, intensive Ängste, exzessives Klammern etc.). Solche frühkindlichen Störungen können wirksam behandelt und die kindliche Entwicklung gefördert werden. Es geht darum, Auffälligkeiten in den ersten Lebensjahren rechtzeitig positiv zu beeinflussen, belastete Beziehungen und kindliche Symptome frühzeitig aufzufangen.

In der Regel erscheinen die Bezugspersonen gemeinsam mit ihrem Baby/ Kleinkind zu den Sitzungen. Bei Bedarf werden auch separate Beratungsgespräche für die Eltern (ohne Kind) angeboten. Die Sitzungen bieten Raum für Fragen und unterstützen die Entwicklung elterlicher Fähigkeiten. Primär geht es darum, das Baby/ Kleinkind besser zu verstehen und seine Signale zu beantworten, damit insgesamt die Beziehung und Bindung verbessert wird.

In der Regel handelt es sich um Kurzzeittherapien (d.h. Behandlungen von einigen Wochen bis mehreren Monaten), da sich schon nach wenigen Therapiestunden eine Besserung der Symptome und der Beziehungs- und Bindungsentwicklung zeigt. Die Eltern fühlen sich kompetenter, ihr Baby/ Kleinkind zu verstehen, seine Signale zu beantworten und das Miteinander gelingt positiver.